Die Chronik von Salomonsborn

Salomonsborn - der Orstname stammt nicht vom israelischen König Salomon ab - wurde erstmals 1143 urkundlich als Salemannesbrunnen  erwähnt und feierte 1993 sein 850-jähriges Jubiläum.

"Salomonsborn wird von einem Theil des Amts Gispersleben gegen Morgen, von Tiefthal gegen Mitternacht, und von Schadiroda gegen Westen begränzt und ist mit Wasser (dem Privatteich und den 2 Brunnen ausgenommen) wenig versehen." So malerisch umschrieben liegt Salomonsborn, von seinen Bewohnern liebevoll Salomé genannt, heute im nordwestlichen Randgebiet Erfurts.

Im 15. Jahrhundert erwarb die Stadt Erfurt das Dorf Salomonsborn für ihr bereits umfängliches eigenes Landgebiet. Bis Anfang der 1990er Jahre bestand Salomonsborn nur aus dem "alten Ortskern", welcher heute die wunderschöne Ortsmitte bildet.

Die Salomonsborner lebten hauptsächlich vom Ackerbau. Viehzucht wurde nur in geringem Maße betrieben, so gab es in dem kleinen Ort am Anfang des 17. Jahrhunderts gerade einmal 15 Kühe, zehn Pferde und 80 Schafe sowie etwas Federvieh. 

Das jährliche Gemeindeeinkommen brachte bei einer Einwohnerzahl von ca. 140 Menschen entsprechend wenig ein. Rund hundert Jahre später belief sich die Einwohnerzahl auf nur noch 135 Menschen und 207 Nutztiere.

Die Gemeinde konnte lange Zeit keinen eigenen Pfarrer halten, weshalb Gottesdienste in Salomonsborn recht selten abgehalten wurden und Kirche und Kirchturm dadurch zunehmend in einen baufälligen Zustand gerieten. Im Jahre 1738 erfolgte die Grundsteinlegung für eine neue Kirche, welche am 24. Juli 1747 schließlich eingeweiht wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts bekam die Gemeinde einen eigenen Pfarrer und eine Schule wurde gebaut.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts hatte das Dorf auch keine gemeindeeigene Schenke, wodurch der Wirt gezwungen war, Bier in seinem eigenen Haus auszuschenken.

Ende des 2. Weltkrieges, am 10. April 1945, planten Artillerie und Infanterieteile der 3. US-Armee unter General Patton, von den Alacher Höhen hinab auf die Stadt Erfurt vorzurücken. Möglicherweise waren aber auch die rings um den Fliegerhorst Bindersleben dezentral abgestellten Flugzeuge in ihren wallumgebenen Abstellern, sowie die rings um Salomonsborn gelegene Radaranlage und Baracken der Luftabwehr das Ziel des Angriffs, bei dem auch das Dorf schwer getroffen wurde. Das Dorf hatte zu diesem Zeitpunkt 40 Hofstellen und etwa 250 Einwohner.

1950 wurde Salomonsborn ein Ortsteil von Alach. Zusammen mit Alach wurde der Ort 1994 nach Erfurt eingemeindet und gehört seit 2004 als eigenständiger Ortsteil der Landeshauptstadt an.

1664 kamen die Stadt Erfurt und somit auch Salomonsborn, unter Herrschaft von Kurfürst Johann Phillip von Mainz und wurden kurmainzisch (ab 1802 preußisch).

Eine rasante Ausweitung des historischen Ortskerns durch neue Wohngebiete in neuerer Zeit bescherte ein explosionsartiges Bevölkerungswachstum. Salomonsborn entwickelte sich von einem früher landwirtschaftlich geprägten Ort zu einem bedeutenden Wohnstandort im Nordwesten Erfurts. Bereits Mitte der 1990er Jahre wohnten ca. 1000 Einwohner hier.